DOCS 030 – Short Documentary Competition

BY JULES MANDANA

BY JULES MANDANA

Ein Abend für neue Stimmen im Dokumentarfilm

Gemeinsam mit AG DOK und LETsDOK fand am 11. Oktober 2025 im Rahmen der 6. Dokumentartage LETsDOK die erste DOCS 030 – Short Documentary Competition statt.

“In some form, it’s important for all of us to express ourselves.
Whoever chooses documentary as their medium chooses a form dedicated to reality.
Everything you saw tonight actually happened.”
- Christina Nevada, Juryvertretung

Mit DOCS 030 wollten wir jungen Filmschaffenden eine Bühne geben und damit einen Raum für Sichtbarkeit, Austausch und Inspiration schaffen. Die Resonanz war überwältigend: über 90 Einreichungen, 13 ausgewählte Filme und damit unzählige Perspektiven auf die Welt.
Vielen Dank an alle, die uns ihr Vertrauen geschenkt und ihre Filme mit uns geteilt haben.

Offizielle Selection

Die 13 ausgewählten Kurzdokumentarfilme wurden entlang zweier Leitgedanken kuratiert:

Formale Vielfalt.
Wir wollten die ganze Bandbreite dokumentarischen Erzählens zeigen – von klassisch und technisch präzise erzählten Filmen über radikal kreative, „out of the box“ gedrehte Arbeiten bis hin zu Werken, die sich entweder ganz auf Stimme, Narration und Sound oder auf die Kraft des Bildes und Cinematography stützen.

Inhaltlicher Resonanzraum.
Dokumentarfilm lebt vom Inhalt. Uns war wichtig, Stimmen, Perspektiven und Themen zu präsentieren, die Diversität widerspiegeln und miteinander in Dialog treten.

“Documentary is a tool to build bridges.”
- Christina Nevada, Juryvertretung

Offizielle Selection [alphabetisch]

  1. Alles gehört zu dir - Hien Nguyen, 
Mani Pham Bui

  2. Black sisters in socialist "brother countries" - The struggle of Mozambican female contract workers - Maresa Nzinga Pinto

  3. Goodbye Regina - Kevin Sepp

  4. Historia Magistra Vitae - Tamara Erbe

  5. It Will Hurt - Dasha Altukhova

  6. Monument - Maksim Avdeev

  7. Orgy Every Other Day - Samuel Döring

  8. Positive Gymnastik - Anna Sochorova

  9. Stachi - Meta Friedrich

  10. The last day - Mahmoud Ibrahim

  11. The Moon is Beautiful - Bruno Noaro

  12. Vanilla Sky Habibi - Marie Zrenner

  13. Where We Belong - Jonah Wögerbauer


Drei Preise – Drei Perspektiven

Am Abend wurden drei Filme der offiziellen Selektion ausgezeichnet, die in ganz unterschiedlichen Formen berühren, herausfordern und neue Blickwinkel eröffnen:

  • Jury Award: It Will Hurt by Dasha Altukhova

  • Audience Award: Monument by Maksim Avdeev

  • „Mehr Demokratie wagen“ Award: Black sisters in socialist „brother countries“ by Maresa Nzinga Pinto

Jury-Preis: It Will Hurt

Begründung der Jury (Auszug):

“The jury found It Will Hurt to be a film strong in imagery and emotion, sensitivity and authenticity.
In a world increasingly shaped by fear, ultimately, the fear of pain, It Will Hurt offers a space to process.
A powerful, forward-pushing piece, told with authenticity and aesthetic precision by Dasha Altukhova and her team. Congratulations!”

- Christina Nevada, Juryvertretung

Der Film widmet sich der japanischen Kunst des Shibari, der Kunst des Fesselns mit Seilen, und entfaltet daraus eine poetische Reflexion über Schmerz: körperlich, emotional, existenziell. It Will Hurt führt uns durch die Erfahrung von Verletzlichkeit und zeigt, wie aus der Konfrontation mit Schmerz ein Moment der Selbstwahrnehmung entstehen kann.

Audience Award: Momentum

Das Publikum hat entschieden: Monument von Maksim Avdeev erhielt die meisten Stimmen, ein deutliches Zeichen dafür, wie unmittelbar der Film wirkt.

In einer Reflexion über Familie, Identität und politische Brüche sucht Regisseur Maksim Avdeev den Kontakt zu seinem Vater, von dem ihn Exil, Ideologie und Queerness trennen. Zwischen Archivbildern und Telefongesprächen entsteht ein intimer Dialog über Nähe, Verlust und die Suche nach einem Weg, mit den widersprüchlichen Wahrheiten zwischen ihnen umzugehen.

„Mehr Demokratie wagen“ - Preis: Black Sisters in Socialist ‘Brother Countries’

Mit diesem Preis würdigen wir Filme, die demokratische Kultur stärken – durch Perspektivenvielfalt, Teilhabe, Zivilcourage und die Verteidigung von Grundrechten.

Maresa Nzinga Pintos Black Sisters in Socialist 'Brother Countries' erinnert an eine kaum erzählte Geschichte: die der mosambikanischen Vertragsarbeiterinnen in der DDR und ihres politischen Engagements nach der Rückkehr. Der Film verbindet historische Recherche mit gegenwärtigem Aktivismus und zeigt, wie Frauen sich Gehör verschaffen, Solidarität organisieren und Geschichte neu schreiben.

Black Sisters von Maresa überzeugte, weil der Film einen emphatischen Blick auf Engagement und Solidarität wirft und zugleich komplexe gesellschaftliche Fragen verständlich macht.

Die Jury

Die Jury bildeten Christina Nevada, Kolja Volkmar, Jules Mandana und Konstantin Nowotny. In ihrer Ansprache dankten sie allen Teilnehmenden für den Mut, Ideen in Bilder zu verwandeln, vom ersten Funken bis zum finalen Schnitt.

Ein Abend, der nachhallt

Die Filme haben Gespräche ausgelöst, über dokumentarische Formen, über Verantwortung im Erzählen und darüber, wie wir Wirklichkeit auf der Leinwand darstellen. Genauso prägend waren die Momente dazwischen: spontane Gespräche, neue Begegnungen und erste Ideen für zukünftige Zusammenarbeit.

Unser Dank gilt allen Filmschaffenden, unseren Partnern AG DOK und LETsDOK, und dem Publikum – für offene Augen, offene Ohren und offene Herzen.

Wir arbeiten bereits an der nächsten Ausgabe. Wer über kommende Open Calls, Screenings und Workshops informiert werden möchte, kann unseren Newsletter abonnieren oder uns auf unseren Kanälen folgen.

Credits

  • Jury: Christina Nevada, Kolja Volkmar, Jules Mandana und Konstantin Nowotny

  • Curation: Jules Mandana

  • Moderation: Konstantin Nowotny, Jules Mandana

  • Foto: Paul Henschel

Hinweis: Dieser Beitrag dokumentiert die DOCS 030 – Short Documentary Competition 2025 und dient als öffentliches Archiv. Ergänzungen (Stills, Zitate, Links zu den Filmen) willkommen.

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